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«Die Schöp­fungs­wo­che» von Silja Walter wurde im Klos­ter Fahr in Wort und Klang aufge­führt

Die Schöp­fungs­wo­che von Silja Walter, beglei­tet von sphä­ri­schen Klän­gen, von Lied und Impro­vi­sa­tion, erleb­te in der Fahrer Klos­ter­kir­che eine begeis­tern­de Auffüh­rung.

Sphä­ri­sche Klän­ge, eine Stim­me aus dem Hinter­grund des Kirchen­rau­mes und Akkor­de­on­klän­ge unsicht­bar aus der Sakris­tei. Erhöh­te Span­nung also zu Beginn der Veran­stal­tung in der Fahrer Klos­ter­kir­che. Die Zuhö­ren­den sassen umge­ben von Klan­gim­pro­vi­sa­tio­nen und waren von Anfang an ins Gesche­hen von Silja Walters «Die Schöp­fungs­wo­che» einbe­zo­gen..

Die Stim­me sang das Nichts › ewig­keits­lang vor aller Schöp­fung. Eine Frau brach­te diesen Ton zum Schwin­gen › beglei­tet oder im Wech­sel mit Akkor­deon und Piano. Mit der Zeit wurden Worte vernehm­bar.

So begann die Schöp­fung der Kommu­ni­ka­tion. Dann sang die Frau aus diesem Ur-Ton, der aus dem Wort des Spre­chers wunder­bar aufwa­chen­den Tage, sang wie geweckt und getra­gen durch die Musik nicht das, was gewor­den ist. Sie sang sich viel­mehr selber zu Stern, Stein, Pflan­ze, Vogel, Löwe und Mensch. Am Ende sang sie, nein da verkör­per­te sie das Lied der Völker vom schöp­fe­ri­schen Urge­heim­nis Gottes › der Liebe. In diesem Augen­blick wurde das Wort zur Kunst: «O Gloria Gott!»

«Das Nichts fängt an zu singen», steht für die Auffüh­rung der Schöp­fungs­ge­schich­te der Lyri­ke­rin und schrei­ben­den Klos­ter­frau Silja Walter, die sie 1993 › anläss­lich des 500. Geburts­ta­ges des Para­cel­sus (1493›1541) › für die Klos­ter­kir­che Einsie­deln geschrie­ben hatte. Diese Schöp­fungs­ge­schich­te umfasst sieben hymnisch-bild­haf­te Gesän­ge. Gewiss: Es ist kein leich­ter Text. Die Regis­seu­rin Barba­ra Schlumpf schuf das Konzept, Fran­zis­kus Abgotts­pon sprach den Text. Agnes Hunger präg­te die Noctur­ne mit voka­len Impro­vi­sa­tio­nen und Liedern, mit einem stimm­li­chen Ausdruck, der dem Thema Gestalt und Kraft gab, während Jimmy Gmür mit einfühl­sa­men, rhyth­mi­schen Klän­gen instru­men­tal beglei­te­te.

Dazu mein­te Agnes Hunger: «Ich spüre das Gros­se, das in der Schöp­fung gesche­hen ist. Es geschieht zwischen den Zeilen. Der Text ist kaum fass­bar, so wie die Schöp­fung an sich. Sie über­steigt unse­re Vorstel­lungs­kraft.»

Die Abend­stun­de vom Sonn­tag in der Klos­ter­kir­che war packend und bezau­bernd zugleich, die Stim­men und die Musik aufwüh­lend und bewe­gend, heftig und flüs­ternd. Die Inter­pre­ten mach­ten die Abend­stun­de zum packen­den Erleb­nis.

(Chris­tian Murer)