Franziskus Abgottspon | sprechprodukte

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„Anzei­ger“ 8. April 2008

Modu­la­ti­on­s­pa­let­te von gewal­tig-donnernd bis zart-melan­cho­lisch

Fran­zis­kus Abgotts­pon und Peter Hitz sorg­ten in Obfel­den f ür Gänse­haut (…)  Abgotts­pon verstand es, das Publi­kum zu fesseln. Faszi­niert lausch­ten die Zuhö­ren­den nicht nur inten­siv, unwei­ger­lich wurden sie in längs­te vergan­ge­ne Zeiten entführt. In die Welten von drama­ti­schen Gescheh­nis­sen ferner Zeiten.

Von verbo­te­ner und unglück­li­cher Liebe, von Untreue, von abtrün­ni­gen Mönchen und bruta­ler Hexen­ver­fol­gung. Unglaub­lich, was man mit der bewuss­ten Gestal­tung von Text errei­chen kann. Der Spre­cher verzich­te­te auf über­trie­be­ne Gesten und Mimik, ledig­lich mit dem siche­ren, geschul­ten und profes­sio­nel­len Einsatz seiner Stim­me, gleich einem Instru­ment mit unend­lich vielen Klang­mög­lich­kei­ten, zog er die Zuhö­rer­schaft in seinen Bann. Perfekt über­nahm er den Rhyth­mus der Musik – füll­te Musik­pau­sen mit Worten in einer Modu­la­ti­on­s­pa­let­te von gewal­tig-donnernd bis zart-melan­cho­lisch. (…) Hitz versteht es meis­ter­haft, auch mit einem mittel­präch­ti­gen Klavier wie jenem im Löwen einer­seits drama­ti­sche Stim­mun­gen zu evozie­ren, ander­seits dem Spre­cher Fran­zis­kus Abgotts­pon quasi einen roten Teppich der Emotio­nen zu Füssen zu legen (…) Die Zusam­men­ar­beit zwischen Spre­cher und Pianist war hoch­pro­fes­sio­nell – und gleich­zei­tig indi­vi­du­ell und persön­lich. (…)