Franziskus Abgottspon | sprechprodukte

HomeProgramme – «Ich, ein Jud»

«Ich, ein Jud» von Walter Jens

Die Vertei­di­gungs­re­de des Judas Ischa­rio­th

Walter Jens über­rascht mit seiner erdach­ten Vertei­di­gungs­re­de des Judas Ischa­rio­th. Ein geschicht­li­cher Logik nicht entbeh­ren­der Mono­log zeugt vom mögli­chen Einver­neh­men zwischen Jesus und Judas, ohne dessen Verrat es kein Kreuz, keine Kirche und keine Inqui­si­tion gege­ben hätte. Jesus wäre als freund­li­cher alter Mann gestor­ben.

Die Bibel und die christ­li­che Tradi­tion stel­len Judas Ischa­rio­th ausschließ­lich als Verrä­ter dar. Prof. Walter Jens wagt eine ande­re Sicht: Judas nicht als Verrä­ter, sondern als der gehei­me Verbün­de­te von Jesus, als Helfers­hel­fer Gottes bei der Erlö­sung des Menschen. Judas war bereit, die Rolle des würde­lo­sen Schwer­ver­bre­chers zu über­neh­men – im Einver­ständ­nis mit Jesus, um dessen Bestim­mung zum Opfer­tod Wirk­lich­keit werden zu lassen.

Ein Mensch, der in die Ecke gestellt wurde, darf sich äußern. Als Verrä­ter ist er in die Geschich­te einge­gan­gen, als der Jünger, der seinen Herrn um 30 Silber­lin­ge ans Kreuz gebracht hat. Jetzt fordert Judas die Aufhe­bung des Schuld­spruchs. Nach 2000 Jahren will er endlich sein Recht!